Biologisch abbaubare Verpackungen sollen Vorzeigeprodukt für Oberösterreich werden

Apfelbäume und Apfel in Fässern © pixabay
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10.12.2020

Im EU-geförderten Projekt „AlpBioEco“ werden die bioökonomischen Potenziale von Walnüssen, Äpfeln und Kräutern erschlossen. 13 Partner aus fünf Ländern haben gemeinsam verschiedene Konzepte und Geschäftsmodelle dafür entwickelt. Wenn es nach dem oö. Regionalbeirat des Projektes geht, sollen Bioprodukte in biologisch abbaubaren Verpackungen zu einem Markenzeichen und Vorzeigeprodukt in Oberösterreich werden.

Bei einem Online-Workshop des Lebensmittel-Clusters am 5. November 2020 diskutierte der im Projekt eingesetzte Regionalbeirat die Rahmenbedingungen für das in Oberösterreich entwickelte Geschäftsmodell Verpackungen und Besteck aus Apfeltrester.

Dieser Regionalbeirat besteht aus fünf Vertreter*innen von Landwirtschaftskammer OÖ, Wirtschaftskammer OÖ, Land OÖ sowie Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen. Neben technologischen Aspekten betrachtete das oö. Expert*innengremium aus Wirtschaft und Wissenschaft auch Umwelt- und soziale Faktoren. Die Ergebnisse des Workshops münden in Empfehlungen für Unternehmen, Stakeholder und Politik und zeigen auf, welche Schritte in Oberösterreich notwendig sind, um das Geschäftsmodell zu realisieren. 

Einfache Bewilligungsverfahren notwendig

Der oö. Regionalbeirat fordert dringend biogene Verpackungsalternativen und Konzepte. Besonders vor dem Hintergrund der EU-Verpackungsrichtlinie 2018/852, die Maßnahmen zur Vermeidung von Verpackungsabfällen sowie zur Förderung von Recycling und Verwertung beinhaltet. Vor allem unbürokratische Bewilligungsverfahren seien gefragt. „Es bringt für Österreich nichts, wenn wir die Idee dazu haben, aufgrund langwieriger Verfahren jedoch andere Staaten das Geschäftsmodell schneller auf den Markt bringen können als wir“, so der einhellige Tenor.

OÖ ist prädestiniert für Verpackungen aus Apfeltrester

Der Beirat sieht für das Geschäftsmodell „Verpackungen und Besteck aus Apfeltrester“ in Oberösterreich beste Voraussetzungen und ausreichend Kapazitäten: Oberösterreich ist ein Land mit einer starken „Apfelindustrie“ – sowohl was Anbaugebiete betrifft als auch die Weiterverarbeitung von Äpfeln. Alle Beteiligten in der Produktionskette, vom Apfelproduzenten bis zum Safthersteller, haben Interesse daran, eine zusätzliche Wertschöpfung aus dem Apfeltrester zu generieren. Sie besitzen zudem die entsprechenden Kontakte, um ein Netzwerk für Know-how auf diesem Gebiet aufzubauen.

Steigendes Umweltbewusstsein der Konsumenten

Umweltfreundliche Verpackungen liegen im Trend. Immer mehr Konsument*innen fordern ökologische Lösungen und die Unternehmen sehen sich gezwungen, ökologische Verpackungslösungen zu präsentieren. Oberösterreich könnte in diesem Bereich zum Vorreiter werden und als Best-Practice-Beispiel für nachhaltige Verpackungen stehen.

Ruf nach Regionalität

Zusätzlich wird der Wunsch der Konsument*innen nach regionalen Produkten immer lauter. Regionalität und Umweltschutz gehen dabei Hand in Hand. Der hohe Anteil biologisch geführter landwirtschaftlicher Betriebe, gepaart mit biologisch abbaubaren Verpackungslösungen oder Einweggeschirr aus Oberösterreich, würde die heimische Wirtschaft stärken. Bioprodukte in biologisch abbaubaren Verpackungen könnten dabei zu einem Markenzeichen und Vorzeigeprodukt für Oberösterreich werden.

Die Empfehlungen aller Projektpartner stehen demnächst gesammelt auf 
www.alpine-space.eu/projects/alpbioeco/en/home zum Download bereit.