"China kämpft beim Lebensmittelbetrug gegen dieselben Probleme wie wir in Europa"

Bernd Bodiselitsch und Christina Kustor von Imprint Analytics nahmen an der Wirtschaftskonferenz Austria Connect China 2018 teil. Foto: AWO
Bernd Bodiselitsch und Christina Kustor von Imprint Analytics nahmen an der Wirtschaftskonferenz Austria Connect China 2018 teil. Foto: AWO

25.04.2018

Imprint Analytics kommt aus Neutal im Burgenland und ist Spezialist für den „Fingerabdruck“ von Lebensmitteln, um beispielsweise deren Herkunft oder Qualität zu überprüfen. Geschäftsführer Dr. Bernd Bodiselitsch berichtet im Interview über seiner Erfahrungen beim Markeinstieg in China.

Sie waren gerade als Teil einer großen Wirtschaftsdelegation in China unterwegs. Was macht den chinesischen Markt für Sie so interessant und attraktiv?

Seit dem vorigen Jahr beschäftigen wir uns intensiver mit dem chinesischen Markt. Im Zuge eines Besuches in Peking im August 2017 konnten erste Gesprächen mit dem Wirtschaftsdelegierten Dr. Martin Glatz (Außenwirtschaftscenter Peking) und Mag. Regina Figl, MA (Österreichische Botschaft Peking) über die Situation am chinesischen Lebensmittelmarkt geführt werden und wir wurden darüber informiert, dass auch in China immer mehr Wert auf die Qualität und auf die Herkunft von Lebensmittel gelegt wird. Des weiteren gibt es auch im aktuellen 5 Jahres Plan der chinesischen Regierung eine Maßnahme zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität, in welcher auch die Herkunft und Authentizität eine wichtige Rolle spielt.

 Was war für Sie das persönliche Highlight der Chinareise?

Die Reise begann schon mit einem herzlichen Empfang der Chinesen, welche auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel kilometerweit österreichische und chinesische Fahnen entlang der Autobahn aufhängt hatten. Diese Beflaggung entlang der Straßen und wichtigen Gebäuden beeindruckte die gesamte Delegation auch am Weg zur Verbotenen Stadt, wobei auch sämtliche Straßen für uns gesperrt wurden, damit unser Konvoi problemlos passieren konnte. 

Beim „Austrian Technology Day“ nach der Wirtschaftskonferenz hatten österreichische Unternehmen die Möglichkeit vor potentiellen chinesischen Kunden ihre technologische Lösungen und Produkte zu präsentieren. Auch Imprint Analytics stellte dort ihren innovativen Ansatz zur Herkunfts- und Authentizitätsüberprüfung vor. 

Die Konferenz AUSTRIA CONNECT China und der „Austrian Technology Day“  boten jede Menge Möglichkeit viele wichtige Kontakte zu knüpfen.  Imprint Analytics blieb nach der Konferenz in Peking, um einige chinesische Labore und Behörden zu besuchen. Unter anderem auch die China Academy of Inspection and Quarantine (CAIQ), welche für den Besuch aus Österreich einen Workshop zum Thema Herkunftsüberprüfung organisierte.

Bereits im Vorfeld wurde uns mitgeteilt, dass CAIQ 20-30 Experten aus dem Inspektionsteam für Agrarprodukte einladen wird. Zwei Tage vor dem Termin informierte uns die Vize-Präsidentin der CAIQtest group, Jiang Li, dass seitens der CAIQ großes Interesse an unserer Methode besteht und daher ein Tages-Workshop organisiert wurde. Im Zuge des Workshops präsentierten weitere Unternehmen ihre Ansätze zur Herkunfts- und Authentizitätsanalyse. 

Wie sind Ihre weiteren Pläne bezüglich China?

Auch in Zukunft werden wir in engen Kontakt mit den chinesischen Behörden und Laboren bleiben. China kämpft gegen dieselben Probleme im Bereich Lebensmittelbetrugs wie wir in Europa, zB. Verfälschung von Honig durch Reissirup oder Falschdeklaration von Premiumprodukten wie die der Yangcheng Krabben. Die Chinesen sind sehr bemüht diese Fälschungen aufzudecken und gemeinsam können wir einen Weg finden, diese Betrugsfälle analytisch aufzudecken. Des weiteren wäre es wichtig einen verlässlichen Partner in China vor Ort zu haben. Denn von Europa aus ist es schwierig, auch wegen der Sprachbarriere, die Kundenbetreuung so anzubieten, wie wir es für unsere Kunden in Europa können. 

www.imprint-analytics.at