Mit Förderungen mehr erreichen!

Papierschiff
© klimkin / pixabay.com

08.04.2019

Wenn Sie zehn Personen fragen, was sie unter Förderungen verstehen, erhalten Sie wahrscheinlich elf verschiedene Antworten. Dieses Feld ist so komplex und schreckt Unternehmen oft ab, Zeit und Energie darin zu investieren. Gerade kleinere Betriebe scheuen den vermeintlich großen zeitlichen Aufwand, den ein Förderansuchen verursacht. Dabei steht ihnen ein großes Förderportfolio offen – und damit Geld für deren Unternehmen. Es gilt, die zweckmäßigste und optimalste Förderung für das eigene Anliegen zu finden. Begleiten Sie uns in diesem Artikel auf unserem Pfad durch die Forschungsförderungslandschaft und stellen Sie sich dabei offen die Frage: Wäre das nicht auch etwas für mich?

Kreative Innovationsprozesse als Problemlöser
Impact Innovation, eine Förderung der österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), bietet KMU die Möglichkeit, ganz am Anfang in der kreativsten und damit auch spannendsten Phase des Innovationsprozesses anzusetzen: in der Lösungssuche. Gerade hier gibt es viele Fallstricke, denn „Betriebsblindheit“ existiert auch im Entwicklungsprozess. Daher wird im Förderprogramm explizit die Einbindung externer Expertisen gefordert, um frischen Wind in die Entwicklung zu bringen. So lassen sich auch ungewöhnliche Ansätze finden. Die nächste Ausschreibung startet voraussichtlich im Juni. Bis dahin sollten Sie die Augen nach Problemen offenhalten, die nur noch auf eine Lösung warten.

Für F&E-Einsteiger bietet die FFG den Innovationsscheck. KMU können über den Scheck Leistungen von Forschungseinrichtungen im Wert von 12.500 Euro zukaufen und erhalten davon 80 Prozent gefördert. Mehr als 400 Institutionen in ganz Österreich akzeptieren den Innovationsscheck als „Zahlungsmittel“. Die eingekauften Dienstleistungen des Forschungspartners erstrecken sich über den gesamten Entwicklungsprozess – von der Konzeptstudie bis hin zur Prototypenkonstruktion. Und das beste dabei: Antragsstellung sowie Abwicklung erfolgen kurz und knackig.

Innovationen entwickeln mit F&E-Förderungen
Auch das Land Oberösterreich unterstützt Innovations-Einsteiger bei ihren Produkt-, Verfahrens- oder Dienstleistungsentwicklungen mit dem Förderprogramm easy2innovate. Die Idee dahinter: Im ersten Schritt entwickeln Unternehmen ein innovatives Produkt in Kooperation mit einer Forschungseinrichtung und erhalten dafür bis zu 25.000 Euro Förderung. Im Anschluss kann auch die Markteinführung mit bis zu 10.000 Euro Förderung unterstützt werden.

Nicht immer sind alle Kompetenzen für eine erfolgreiche Entwicklung im eigenen Unternehmen vorhanden. Kooperationen werden daher immer wichtiger. Das sieht auch das Land OÖ so und hat mit 1. Jänner 2019 das Förderprogramm SKU (ehemals Clusterkooperationsprojekt) erneuert. Für Kooperationen mit einer Forschungseinrichtung gelten ab sofort sowohl eine höhere Förderquote als auch eine größere Fördersumme. Ein starkes Signal oberösterreichische Unternehmen zu motivieren, gemeinsam ihre Innovationskraft zu stärken und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das Basisprogramm der FFG bietet über einen Fördermix attraktive Möglichkeiten. Für risikobehaftete Technologieprojekte steht ein Budget von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Da die Zahl der Bewerber im Basisprogramm hoch ist, ist eine sehr gute Planung erforderlich. Die FFG unterstützt KMU in einer „Start“- Förderung mit bis zu € 6.000 die Projektplanungsphase.

14 Prozent Steuerprämie für Forschung abholen
Keinen Zeit- und Konkurrenzdruck haben Unternehmen bei der Beantragung der Forschungsprämie, denn diese indirekte Beihilfe wird im Nachhinein gemeinsam mit der Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht. 14 Prozent aller F&E-Aufwände des letzten Wirtschaftsjahres können geltend gemacht werden. Erspart bleibt Ihnen eine detaillierte Darstellung Ihrer F&E-Aktivitäten aber trotzdem nicht. Die FFG überprüft, ob die unternehmerischen Tätigkeiten tatsächlich den Kriterien von Forschung und Entwicklung entsprechen. Vor allem KMU lassen hier Geld liegen – nur 75 Prozent aller anspruchsberechtigten Unternehmen beantragen die Forschungsprämie. Gründe dafür sind vor allem der administrative Aufwand und die fehlende Klarheit, ob die eigenbetriebliche Definition von F&E sich tatsächlich mit jener der FFG deckt. Die Experten der Business Upper Austria beraten und begleiten Sie professionell und umfassend auch dazu.

Die fruittech GmbH hat Förderungen beispielhaft genützt
Wer gerne Smoothies, Bier oder Schokolade genießt, hat sicher schon zu Produkten aus einer fruittech-Anlage gegriffen. Vor vier Jahren hat Stefan Grubmair in der Garage seiner Eltern zu tüfteln begonnen – heute beschäftigt er mit seinem Partner Rainer Oberwagner am Standort der ehemaligen Molkerei Raab sechzehn Mitarbeiter. Die fruittech GmbH exportiert 82 Prozent der Maschinen zum Verarbeiten und Haltbarmachen von Obst und Gemüse ins EU-Ausland. Dieses beachtliche Unternehmenswachstum ist nicht nur Resultat des Herzbluts und Leidenschaft der Gründer, sondern auch einer geschickten Entwicklungsstrategie und einer optimalen Nutzung von Fördermitteln.

Die Erfolgsstory begann mit der TIM-Beratungsförderung, über die fruittech gemeinsam mit der FH Wels ein Pasteur-Verfahren optimierte. In einer Kooperation mit dem Lebensmitteltechnologischen Zentrum in Wieselburg haben die beiden Gründer das verfahrenstechnische Know-how erweitert. Unterstützt wurden sie dabei mit einem Innovationsscheck der FFG. Mit dem „Fruitcrusher“ entwickelte das Innviertler Start-up ein weiteres innovatives Produkt im Förderprogramm „easy2innovate“. Die FH Wels stellte ihre Expertise in Simulation und Verarbeitungsverfahren zur Verfügung. 2017 erweiterte das Unternehmen sein Produktportfolio um ein innovatives Verfahren zur Pasteurisierung von Flüssigeiern. Auch dieses Verfahren wurde als Clusterkooperationsprojekt gemeinsam mit zwei Unternehmen entwickelt. Anfang des Jahres entschlossen sich die Gründer, ihr Innovationsmanagement auf Herz und Nieren zu überprüfen. Über Inno-lyze® erarbeitete frutittech gemeinsam mit Experten der Business Upper Austria wertvolle Verbesserungsmöglichkeiten.
Mit welchen innovativen Produkten das Unternehmen künftig auftreten will, wird sich zeigen. Jedenfalls denken die Gründer bei jeder Entwicklung Förderungen von Anfang an mit.

Nutzen auch Sie Forschung- & Innovationsförderberatung
Den Überblick über alle Förderungen zu behalten, ist für Unternehmen nicht leicht. Die oö. Standortagentur Business Upper Austria unterstützt daher Unternehmen. Unsere Experten finden für Sie die passende Förderschiene, helfen bei der Suche nach Forschungspartnern und beim Formulieren des Förderantrags und unterstützen Sie bis zum Abschluss des Förderprojekts. Besuchen Sie uns auf der Upper Food 2019 und holen Sie sich wertvolle Informationen für Ihr Unternehmen.


Über uns

Foto: MMag.  Marielis Beham

MMag. Marielis Beham

Projektmanagerin

Beratung & Projekt-Coaching für regionale und nationale Förderprogramme

Mobil: +43 664 848 1298
Tel.: +43 732 79810-5452

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