Roadmap to China

Mann steht und informiert über den Einstieg in den chinesischen Markt
Gao Xingle, Botschaftsrat für Wirtschaft und Handel der chinesischen Botschaft in Wien informiert über den Einstieg in den chinesischen Markt. © Business Upper Austria
© Kagenm / Fotolia.com
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24.09.2018

Unternehmen bei ihrem Markteinstieg in China zu unterstützen war das Ziel der einjährigen Veranstaltungsreihe „Roadmap to China“, die der Lebensmittel-Cluster in Kooperation mit dem Export Center OÖ und der Außenwirtschaft Austria veranstaltet hat.

Ausreichende Vorbereitungen bei Aktivitäten in China sind sehr wichtig, denn neben dem Kulturunterschied stellen auch verschiedenste Zertifizierungen und Einfuhrbestimmungen die Lebensmittelbetriebe vor große Herausforderungen. Beim Kick off im November 2017 lieferte deshalb die Außenwirtschaft Austria erste Marktinformationen über das Land. Die Firma Backaldrin, die bereits erfolgreich am chinesischen Markt vertreten ist, berichtete über ihre Erfahrungen im Reich der Mitte. Bei vier weiteren Terminen von Februar bis September 2018 folgten wertvolle Inputs für den Markteinstieg. Bei einem Treffen in Wien stand der Botschaftsrat für Wirtschaft und Handel der chinesischen Botschaft, Herr Gao Xingle, den Teilnehmern für Informationen zur Verfügung. Die Wirtschaftsdelegierte aus Shanghai, Mag. Christina-Maria Schösser, lieferte eine allgemeine Marktübersicht und berichtete über die Entwicklung von Konsumtrends in den urbanen Zentren Chinas. Folgende Themen standen bei der Roadmap to China u.a. konkret am Programm: kulturelle Unterschiede, Marktübersicht, Vertragsgestaltung und Rechtssicherheit, Messeauftritte und Fachmessen, Finanzierung und Absicherung sowie Logistik- und Transportlösungen für den Warentransport nach China


Daniel Rogl, Projektmanager im Lebensmittel-Cluster fasst einige seiner persönlichen Erkenntnisse zusammen:

  • Lebensmittel unterliegen in China bestimmten Einfuhrregelungen: bei Produkten muss man genau auf die Zutaten bzw. Inhaltsstoffe achten, ob nicht eine Zutat dabei ist, die auf der Verbotsliste steht.
  • Die Regelungen erscheinen oft willkürlich ausgelegt und können sich jederzeit ändern, daher ist Planbarkeit für die Zukunft bei bestimmten Produkten sehr schwierig.
  • Die Regionen in China unterscheiden sich stark hinsichtlich Konsumverhalten: Alkohol wird z.B. in gewissen Regionen vermehrt getrunken, anderswo fast gar nicht.
  • Der Tiefkühlsektor im Endkonsumentenbereich ist in China eher schwierig, da nach wie vor viel frisch auf den Märkten gekauft wird. Daher sollte man sich bei Tiegkühlwaren eher auf den Gastro- und  Hotelleriebereich konzentrieren.
  • Markteinsteigern wird empfohlen, sich vorerst auf die Metropolregionen an der Ostküste (Shanghai, Peking,…) oder auf eine Stadt zu konzentrieren. Shanghai bietet einen Markt, der allein größer als der österreichische Markt ist.
  • Thema Geschäftskultur: Man braucht langen Atem. Wenn ein Partner Interesse bekundet, heißt das noch nicht, dass es wirklich zum Geschäft kommt. Man muss auch mehrmals im Jahr persönlich vor Ort vertreten sein, damit die Geschäftskontakte aufrecht erhalten bleiben
  • Österreich muss sich in China noch ein Image für Lebensmittel aufbauen. Die Produkte werden zwar als hochwertig empfunden, aber im Gegensatz zu Italien, Frankreich oder Schweiz wissen die Chinesen bei Österreich noch nicht, was typisch für das Land ist (zB Wein, Käse,…)
  • Eine Chinesische Bio Zertifizierung ist extrem schwierig bzw. aufwändig. Ob sich der Aufwand lohnt, wird von Experten bezweifelt.


Die teilnehmenden Firmen kamen aus allen Bereichen der Lebensmittelbranche: vom Tiefkühlsektor über Spirituosen, Futtermittel- und Futtermittel-Zusätze sowie dem Dienstleistungssektor im Bereich der Lebensmittelanalytik.

 

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Roadmap to (South)East Europe
Am 28. November 2018 findet das Kick off zur nächsten Exportoffensive des Lebensmittel-Clusters statt. Im Jahr 2019 stehen Südost- und Ost-Europa am Programm. Wenn Sie Interesse an einen Markteintritt in diese Regionen haben oder sich ausführlich darüber informieren möchten, dann merken Sie den Termin vor.