Digitaler Turbo und Boost fürs Brot

Eine Person arbeitet an einer Maschine sowie auf einem Laptop.
© Business Upper Austria

15.06.2021

Zwei kostenlose Qualifizierungsseminare im Lebensmittel-Cluster sind nach einem Jahr erfolgreich abgeschlossen: U.P.D.A.T.E. und „Baking Boost“. Die Inhalte wurden auf den Qualifizierungsbedarf der teilnehmenden Betriebe abgestimmt. Weitere maßgeschneiderte Qualifizierungsangebote sind schon in Planung.

Vor allem in der Lebensmittelbranche ist der Grad der Digitalisierung noch nicht sehr weit fortgeschritten. Besonders kleine und mittlere Unternehmen benötigen Unterstützung. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiterhin wirtschaftlich agieren zu können, ist es aber ein Gebot der Stunde, sich mit Digitalisierung und den damit einhergehenden Themen zu beschäftigen. An fünf Tagen baute die kostenlose Seminarreihe U.P.D.A.T.E. digitale Kompetenzen in den teilnehmenden Unternehmen auf. Seminarinhalt war auch die optimierte Nutzung vorhandener Ressourcen. Jeder Buchstabe von U.P.D.A.T.E steht übrigens für einen der Inhalte: Untersuchung vonDaten, Predictive Maintenance, Datennutzung, Augmented Reality, Termintreue und Economic Value Added (EVA).

Out of the Box

Es kam zur Qualifizierung und Vernetzung einer größeren Runde von Lebensmitteltechnolog*innen mit unterschiedlichen branchenspezifischen Hintergründen. In der Nachbesprechung lobten Teilnehmer*innen die praktische Nähe der Inhalte und merkten die positive Wirkung des „Out of the Box-Denkens“ an. Sie sahen dies als wichtige persönliche Errungenschaft. Die praxisbezogenen Arbeiten nahe an der betrieblichen Umsetzungsfähigkeit wurden als Seminarinhalte mit echtem Mehrwert bezeichnet.

Praktischer Nutzen

Das praktische Probieren sowie die Vernetzung mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen führte die Teilnehmer*innen an den technologischen Puls der Zeit. Sie haben nicht nur ihr Bewusstsein für Digitalisierung geschärft, sondern auch ihre digitalen Kompetenzen erweitert. Die umfassende Betrachtung verschiedener Methoden, das Kennenlernen moderner Technologien und die praktischen Übungen werden spätere Innovationen in den Unternehmen erleichtern. „Qualifizierungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung unterstützen Unternehmen langfristig und beschleunigen die digitale Transformation in allen Branchen“, resümiert Projektmanager Christian Teufel.

Boost für Backwaren

Im kostenlosen Seminar „Baking Boost“ lernten die Mitarbeiter*innen aus acht Unternehmen der Backwarenbranche, wie sie mit neuen Technologien und Digitalisierung traditionelles Handwerk und Innovation verbinden. Für viele Unternehmen in der Backwarenbranche wird es nämlich immer schwieriger, in diesem Spannungsfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die technologischen Herausforderungen bewältigen und mit traditioneller Manufaktur verbinden sowie Innovationen in ihren Betrieben vorantreiben.

Theorie und Praxis gut kombiniert

Gemeinsam mit dem Institut für Lebensmitteltechnologie der BOKU Wien konzipierte der Lebensmittel-Cluster daher das auf die Unternehmen maßgeschneiderte Qualifizierungsseminar „Baking Boost“. Die Professor*innen Regine Schönlechner und Alfred Mar sowie deren wissenschaftliche Mitarbeiterin Denisse Bender schulten an fünf Seminartagen moderne Backtechnologien – nicht nur theoretisch, sondern auch anhand praktischer Übungen. Der Fokus lag auf Sensorik, Qualität und Rohstoffe, Fermentation sowie Rühr- und Knettechnologie.

Gar nicht altbacken

„Auf besonders großes Interesse stießen neue Methoden zum Verzögern des Altbacken-Werdens. Weitere Themen waren Rohstoffe und deren Qualität sowie Produktspezifikation und Kennzahlen“, berichtet Projektmanager Christian Teufel. Abgerundet wurde der Seminarplan mit der Anwendung und Vermittlung neuer Technologien in der Datenverarbeitung. So konnten die Teilnehmer*innen anwendungsfreundliche, digitale Systeme anhand praktischer Beispiele kennenlernen. Das Seminar zeigte vielfältigste Einsatzmöglichkeiten in der praktischen Arbeit der Lebensmittelverarbeitung.

Moderne Methoden selbst ausprobiert

Das Seminar nutzte Schulungsräumlichkeiten, Versuchslabore und Übungsbäckereien der BOKU Wien und der HTL für Lebensmitteltechnologie in Wels. Dort konnten die Teilnehmer*innen moderne Methoden der Teigführung und Backtechnologie, Rohstoffqualitäten und Fermentationsprozesse sowie unterschiedliche Herstell- und Aufschlagetechniken ausprobieren. Die selbstgebackenen Produkte wurden schließlich unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten sensorisch verkostet.

Kostenlos durch Förderung

Die beiden kostenlosen Seminarreihen wurden gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien, der HTL für Lebensmitteltechnologie Wels und der FH OÖ Campus Steyr durchgeführt und im Rahmen des Programms „Forschungskompetenzen für die Wirtschaft“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG mit Mitteln des BMDW gefördert. Den teilnehmenden Unternehmen wurde nach erfolgreichem Abschluss des Seminars eine pauschale Bildungsprämie von 1.500 Euro ausbezahlt.

Kontaktieren Sie uns!

Der Lebensmittel-Cluster plant, im Rahmen der 1. Ausschreibung Innovationscamps gemeinsam mit der Fachhochschule Gesundheitsberufe OÖ ein „Innovationscamp S“ zur Förderung einzureichen, bei dem der Gesundheitsaspekt der Lebensmittel im Zentrum steht.

>> Download Factsheet (PDF)

Wenn Sie an diesem Qualifizierungsprojekt interessiert sind, kontaktieren Sie unseren Projektmanager Christian Teufel.
 


Christian Teufel, BSc. - Projektmanager Lebensmittel-Cluster

Christian Teufel, BSc.

Projektmanager

Mobil: +43 664 8481320
Tel.: +43 732 79810-5321

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